Haben wir beim Ostara-Ritual etwas falsch gemacht?

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Diese Frage stellte mir mein Schatz scherzhaft, als wir gestern in einem kleinen Schneesturm zum Einkaufen gingen. Auch die gefrorenen Pfützen heute früh erinnerten mich eher an den Winter als an den Frühling.

Haben wir also mit unserem Ritual die Götter verärgert, die deswegen den Winter verlängert haben?

Natürlich nicht.

Am 20. März war die Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche, also ein astronomischer Zeitpunkt.

Spätestens aufgrund archäologischer Erkenntnisse dürfen wir sicher sein, daß die alten Heiden  sich für solche Zeitpunkte interessiert haben und beispielsweise die Winter- und die Sommersonnenwenden recht genau bestimmen konnten.

Es ist aber eher unwahrscheinlich, daß dieser astronomische Frühlingsbeginn in alten Zeiten in unseren Breiten auch gefeiert wurde, weil er sich im Wetter und auch in der Vegetation kaum niederschlägt. Ich kann mich noch an ein Ostara erinnern, bei dem wir erst 20 cm Schnee von der Feuerstelle entfernen mussten.

Unsere Ahnen feierten den Frühlingsanfang regional unterschiedlich, orientierten sich dabei an der Vegetation und nicht an den Gestirnen. Es ist, zumindest im mittel- und nordeuropäischen Raum, meines Wissens eine neuheidnische Übereinkunft, den astronomischen Frühlingsanfang als gruppenübergreifenden Festtermin zu nehmen.

Ich halte diese Übereinkunft übrigens für gut, weil ich als Stadtbewohner und Büromensch eher nicht bemerken würde, wenn die Schneeglöckchen oder Forsythien blühen. Da ist so ein theoretischer Termin, den man sich aber prima im Kalender vermerken kann und der in vielen Kalendern sogar vorgedruckt ist, wesentlich praktischer.

Wikipedia kennt übrigens drei verschiedene Frühlingsbeginne, nämlich den meteorologischen am 1. März, den astronomischen um den 20. März und den phänologischen, der sich beispielsweise am Blühbeginn der Schneeglöckchen orientiert.

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3 Antworten to “Haben wir beim Ostara-Ritual etwas falsch gemacht?”

  1. Geirdís Says:

    Natürlich ist es „praktischer“, unter anderem auch deshalb, weil wir die Festplanung ja auch mit unseren sonstigen Terminen „synchronisieren“ müssen, aber es entspricht auch dem Gedanken, „dass nicht allein der irdische Vegetationzyklus, sondern die Ganzheit der kosmischen Ordnung gefeiert wird“…

  2. Andreas Says:

    Mir ist diese Thematik auch schon öfters durch die Birne gegeistert, auch gerade zu Ostara. Besonders dann wenn eben zu der zeit noch Schnee fällt oder gar tage später noch, so wie heute…

    Aber ist es wirklich von Bedeutung ob die Wetterlage der Feier entspricht?

    Mit der Tages und Nachtgleiche feiern wie doch den Sieg der Sonne über die Dunkelheit und das beginnende Frühjahr so denke ich habens die Götter eingerichtet das Wetter kann dies wohl etwas verzögern aber doch nicht aufhalten… Ich denke auch das zu ändern ist zwar mal denkenswert aber nicht handlungswert.

    Ok wenn die Kontinetalverschiebung und andere Dinge das Wetter so beeinflussen das wir nur noch Regen und trockenzeiten haben, dann ist ine neuerliche Einschätzung wohl zwingend… aber bis dahin… lasst uns wetterbedingte Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen und frohenherzens unsere Feste feiern wie sie fallen

  3. khz Says:

    Also bei mir hat’s Ritual funktioniert, nach einem leichten Absacker… Die Sonne scheint, ich habe die ersten Blumen gesät und meine Couch ist frisch bezogen :o) Es wird ja bald April, da ist ein kleines Schneegestöber zwischendurch schon ok

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