Rauswurf nach Kirchenaustritt

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„… Die Kirche habe das Recht, von ihren Mitarbeitern ein loyales Verhalten zu fordern. Der Austritt sei somit als schwerwiegende Pflichtverletzung zu werten. …“

Die beiden obigen Sätze stammen aus der Meldung des Evangelischen Pressedienstes über eine Entscheidung des rheinland-pfälzischen Landesarbeitsgerichts gegen eine Altenpflegerin (Aktenzeichen 7 Sa 250/08).

Mir klang es schon fast triumphierend, wie diese Meldung u.a. beim Domradio oder auf Jesus.ch gebracht wurde. Aber die dpa-Meldung – zitiert aus Der Westen – klingt auch nicht schöner.

Klar, es ist nichts Neues, daß die Religionsfreiheit in Deutschland interessanten Einschränkungen unterliegt. Doch ist der Anspruch eines Arbeitgebers auf das loyale Verhalten seiner Mitarbeiter wirklich höher zu werten als verfassungsmäßige Freiheitsrechte?

Dürfte – um mal einen in etwa ähnlichen Fall zu konstruieren – eine Genossenschaftsbank einen Angestellten entlassen, weil er seine Genossenschaftsanteile verkauft?

Und ist wirklich sichergestellt, daß eine – hypothetische – heidnische Organisation einen Angestellten entlassen darf, weil er der katholischen Kirche beitritt?

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