Ist die EU gut für uns (Heiden)?

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Mit Erschrecken las ich heute morgen eine netterweise vom Ordensbruder weitergeleitete Meldung von Radio Vatikan, wonach eine vom Europarat beauftragte Expertenrunde zu dem Schluß kam, daß Religionsunterricht zwingend zur Schule gehöre.

Es wird dabei natürlich wieder auf Europas Wurzeln, ähem, die christlich-jüdische Kultur verwiesen. Daß denen das nicht schlichtweg zu blöd ist, so etwas zu schreiben! Jeder Geschichts- oder Archäologiestudent im Grundstudium weiß, daß Europa in religiöser Hinsicht ganz andere Wurzeln hat. Ein Präsident der Gemeinschaft Evangel. Kirchen in Europa wird dann noch mit den Worten wiedergegeben, in der Schule müßten auch religiöse Feste gefeiert werden. Welche das sein sollen, kann man sich leicht erschließen – auf jeden Fall nicht Jul und Mittsommer.

Die Frage ist also, wohin steuert unsere gleichmacherische EU? Ich hätte am liebsten größtmögliche Freiheiten für das Individuum bei Vorgabe eines minimalen Rahmenkorsetts, aber das ist wohl Utopie. Zum Glück haben wir noch per Grundgesetz verbriefte Freiheiten, z.B. entscheiden Eltern über die Teilnahme der Kinder am Religionsunterricht. Auch darf niemand zur Teilnahme an religiösen Feiern gezwungen werden. Aber das ist ein kleiner Trost bei soviel Ignoranz und, ja, ich denke, man kann den Begriff verwenden, Fundamentalismus.

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5 Antworten to “Ist die EU gut für uns (Heiden)?”

  1. langerheide Says:

    „Zum Glück haben wir noch per Grundgesetz verbriefte Freiheiten, …“

    Ja, noch ist das so.

    Doch hörte ich gestern gerade einen Hilferuf einer heidnischen Bekannten aus einem – eigentlich – freiheitsliebenden europäischen Land, deren ebenfalls heidnische Tochter jetzt mit Hilfe der Polizei, der Schulbehörden und irgendwelchen Psychofuzzies vor dem „schädlichen Einfluss der Mutter“ geschützt werden soll. Es könne nämlich nicht angehen, daß eine Zwölfjährige im Haushalt helfe, sich nicht schminken und nicht in drogenverseuchte Diskos gehen wolle und dann auch noch von den Eltern in wichtige Familienentscheidungen einbezogen werde.

    In einem anderen, allerdings nicht in Europa liegenden Land wurde ein elfjähriger Heide von der Schule verwiesen, weil er einen Thorshammer trug, und damit als „white suprematist“ überführt sei. Der Vater beschwerte sich bei der Schulleitung, erläuterte die religiöse Bedeutung des Hammers und alles war wieder ok. Allerdings stellte sich heraus, daß der verantwortliche Lehrer – ein christlicher Hobby-Prediger – die religiöse Bedeutung sehr wohl kannte.

    Wie schon an anderer Stelle gesagt: Wir müssen die Freiheiten, die wir von den Kirchen und Herrschern in Jahrhunderten erkämpft haben, verteidigen und ausbauen!

  2. khz Says:

    Das ist keine Notiz des Europarates, sondern von Radio Vatikan! Die angeführten unmöglichen Sprüche kommen wohl erstmal vom lieben Pfarrer Wipf, der offensichtlich an einer „Experten“runde teilgenommen hat. Auf der Ratsseite http://www.coe.int/DefaultDE.asp hab ich bei oberflächlicher Suche keine Protokolle o. ä. des angeführten Treffens gefunden. Erstmal sehn, was DIE meinen; ich habe die Hoffnung, daß sich das von der Darstellung des Pfarrers noch etwas unterscheidet…
    Gruß,
    khz

    PS damit will ich nicht die Qualität von Radio Vatikan als unabhängiger Informationsquelle anzweifeln, Gott bewahre!

  3. langerheide Says:

    … und, auch nicht ganz unwichtig: Die EU und der Europarat sind zwei voneinander getrennte Dinge.

  4. langerheide Says:

    Jetzt kann man auf der Website des Europarates – Link siehe im Kommentar von khz – immerhin lesen, daß es diese Konferenz gab und auch, daß der Vertreter des Vatikan da vielleicht etwas falsch verstanden haben könnte. 😉
    Oder passt folgendes Zitat wirklich zu dem, was Radio Vatican berichtet?

    ” Der Europarat steht für einen säkulären Ansatz, in dem Intelligenz und Dialog die Schlüsselelemente sind und der allen Europäern gleichermaßen zusteht. Dieser Dialog beschäftigt sich mit dem Stellenwert von Religion und Glauben in den staatlichen Schulen für Kinder mit verschiedenem sozialen Hintergrund, sodass die Gewissensfreiheit der Schüler und Eltern geachtet und Diskriminierung ausgeschlossen wird.“

  5. langerheide Says:

    OK, es ist kein religiöses Theme, aber es passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge zu den Themen „Freiheit“, „Schule“, „Erziehung“ und „Elternrechte“: http://www.timesonline.co.uk/tol/life_and_style/education/article3724421.ece

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