Nazi-Schmierereien auf Kirchenfassade

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„In blauer Schrift sind die Worte ‚Judas‘ und ‚Opin statt Jesus‘ auf der Außenfassade der Kirche zu lesen. ‚Ich vermute, dass es eigentlich Odin heißen soll‘ …“

OK, man könnte das jetzt spassig sehen und den Tätern raten, künftig Schablonen zu verwenden, damit solche peinlichen Fehler nicht mehr vorkommen. 😉

Sinnvoller wäre aber m.E. allemal, wenn solche Schmierereien überhaupt nicht vorkämen.

1. Es ist eher das Gegenteil von „heldenhaft“, nachts heimlich anderer Leute Eigentum zu beschädigen oder zu verschandeln.

2. Ganz unabhängig davon, ob die Schmierer einfach nur gelangweilte Kinder oder tatsächlich Rechtsextremisten waren, ob sie etwas mit den germanischen Göttern am Hut haben oder nur provozieren wollen – diese Aktion wirft ein schlechtes Licht auf alle, die tatsächlich die Götter der „Germanen“ verehren.

Es wäre etwas völlig anderes, sich am Tage mit einem Transparent und Flugblättern hinzustellen und zu fordern, dass eine auf einem heiligen Platz eines germanischen Stammes errichtete Kirche abgerissen und der Platz wieder seiner alten Bestimmung zugeführt wird. Das – die Aktion, nicht unbedingt das Abreißen der Kirche 😉 – würde ich für sinnvoll halten, das würde (auch) sinnvolle Diskussionen provozieren, dadurch könnte man ins Gespräch kommen.

Aber die Wand einer Kirche zu beschmieren und so zu tun, als habe das etwas mit unseren Göttern zu tun, das erzeugt nur Ärger, nur den Wunsch nach Strafe und keinerlei Sympathien für uns Heiden, die mit der ganzen Angelegenheit nix zu tun haben.

Den Artikel über die Schmierereien findet Ihr in der Allgemeinen Zeitung Mainz.

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