Suche nach den Wurzeln

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Ende November letzten Jahres war eine sogenannte Genstudie in den Schlagzeilen, deren Ergebnisse sich kurz zusammenfassen lassen: „Nur wenige Deutsche sind echte Germanen„.

Jetzt hat sich anscheinend ein Journalist die Mühe gemacht, selber nachzufragen, statt nur die vorgefertigten Texte der BILD wiederzukäuen, was schon deswegen aus journalistischer Sicht hilfreich ist, weil BILD damals wirtschaftlich mit der Gen-Firma zusammengearbeitet hatte.

Lest den Text aus dem „Mannheimer Morgen„!

Allerdings scheint mir, daß er sich zwar textlich ausführlicher mit dem Thema beschäftigt, jedoch die vielen offenen Fragen ebenso unberührt lässt, wie die kürzeren Artikel vor zwei Monaten.

So kann man zwar auch hier von der „Haplogruppe J“ lesen, der 40 % aller Juden angehören sollen, doch erfährt man nicht, wie „Juden“ im Sinne dieser Studie definiert werden. Religiös ist die Definition wohl nicht begründet, oder lässt sich die Religionszugehörigkeit genetisch definieren?

Auch interessiert mich immer noch, wie diese Studie „Deutsche“ definiert. Reicht es, die Speichelprobe aus dem Gebiet der BRD eingeschickt zu haben oder musste man noch seine Staatsangehörigkeit angeben? Wurden Einwanderungen der letzten 50 Jahre aus, beispielsweise, Arabien oder der Türkei gesondert berücksichtigt oder gingen sie in der Masse unter? Reichen 19.457 Speichelproben aus, um ein 80-Millionen-Volk zu definieren?

Alle Journalisten scheinen auch davon auszugehen, daß sich „Germanen“ genetisch definieren lassen. Wie könnte man sonst erwarten, „echte Germanen“ unter den Deutschen zu finden?

Nein, ich nehme diese Studie immer noch nicht ernst und ich sehe auch ihren tieferen Sinn immer noch nicht.

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