Vom Teufel besessen

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Meine beiden Kinder besuchen einen städtischen Kindergarten, der nach Montessori-Pädagogik arbeitet. Dort gab es nun eine zeitlang eine jüngere Erzieherin, die von Kleidung und (Körper-)Schmuck her an die Gothic-Szene erinnerte. Das drückte sich in schwarzer Kleidung, schwarzgefärbten Haaren, Piercings, Tattoos usw. aus – bei den Kindern war sie sehr beliebt.

Nun erzählte die Leiterin der Kindertagesstätte heute meiner Frau, daß etliche Eltern sich über das Aussehen dieser Mitarbeiterin beschwert hätten. Den Vogel hätten aber die Mennoniten abgeschossen: Da sei ein Kind (wohlgemerkt und der Natur der Einrichtung entsprechend maximal 6 Jahre alt) gekommen und habe dieser Mitarbeiterin erzählt, sie sei vom Teufel besessen und es würde mal Weihwasser mitbringen, um sie wieder reinzuwaschen. Die Leiterin erklärte, da sei ihr der Geduldsfaden gerissen und sie habe ihrerseits ein Gespräch mit den Eltern eingefordert, um ihre Mitarbeiterin in Schutz zu nehmen.

Diese Erzieherin hat nun (aus anderen Gründen) den Kindergarten leider wieder verlassen, aber ein schaler Nachgeschmack bleibt. Wir haben, was unseren germanischen Glauben angeht, absolut positive Rückmeldungen aus dem Kindergarten bekommen, so daß wir glauben, unsere Kinder sind dort gut aufgehoben. Letztlich wird nun aber deutlich, daß dies einzig und allein auf Mitarbeiterbasis zu verstehen ist, die Elternschaft ist doch verbohrter (in Teilen), als man das so üblicherweise wahrnimmt.

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Eine Antwort to “Vom Teufel besessen”

  1. kalligraph Says:

    Nur ganz kurz angemerkt: Menonniten haben kein Weihwasser…….

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