Religiöse Vielfalt

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In einer interessanten Kurzvorstellung mit dem Titel Jahrmarkt der Religionen wird die These geäußert, daß es trotz eines vielschichtigen religiösen Angebots im modernen Deutschland keine Zunahme der Religiosität als solcher gebe. Dies soll nun in einem europäischen Forschungsprojekt weiter untersucht werden.

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6 Antworten to “Religiöse Vielfalt”

  1. langer Heide Says:

    Dazu passt, daß gerade der „Religionsmonitor 2008“ der Bertelsmann-Stiftung erschienen ist.
    Demnach sind fast 20 % der Deutschen tiefreligiös und für 70 % der Erwachsenen ist Religion wichtig. Allerdings fehlen etliche tiefreligiöse Menschen in der Aufzählung, weil man anscheinend nicht religiös sein kann, wenn man keiner der großen Religionen angehört.
    Quelle (u.a.): AFP (http://afp.google.com/article/ALeqM5hQYvYEYat0vCyrhsv7VKmdi85zXQ)

  2. kroski.meint Says:

    Selbstverständlich kann man ohne Religionszugehörigkeit religiös (also von einem wie auch immer gearteten Schöpfer überzeugt) sein. Einstein war ein Beispiel für „naturbezogene, kosmische“ Religiösität.

    Ein Wort an die Fraktion, die ihre Abneigung gegen Religion und Glaube an Geschichte und Gegenwart der Kirchen festmachen. Gegen jede Religion spricht sich aktuell Richard Dawkins (”Der Gotteswahn”) aus. Hier sieht man, wie schwierig es ist, Gottes Existenz zu leugnen. Wer aufmerksam liest, wird nach einigen hundert Seiten eines mit Gewissheit erkannt haben: R.Dawkins kann seinen eigenen Worten zufolge Gott (respektive Götter) nicht widerlegen, bestenfalls deren Unwahrscheinlichkeit postulieren.

    Trotz dieser wissenschaftlichen Ohnmacht des Oxford-Professors wünsche ich mir: Entweder wir lehnen Religion in jeder Form ab, und kämpfen leidenschaftlich für a-religöse Lebensforman. Oder wir finden unsere Religiösität, und leben mit all unserer Kraft in der Nachfolge Jesu Christi. Aber bitte keine Halbheiten.

  3. altesitte Says:

    Hallo kroski, ich kann deinen Ausführungen nicht zustimmen: Wieso ergibt sich als Gegenteil eines völlig areligiösen Lebens die Nachfolge Jesu Christi? Wenn man sich dazu entscheidet, an Gott oder Götter zu glauben, dann muß man auch all die religiöse Vielfalt dieser Welt zulassen. Wie arm wäre eine Welt, in der es nur die „Nachfolge Jesu Christi“ gäbe! Ich möchte keinem Christen seinen Glauben und seine persönliche Nachfolge JC nehmen, erwarte aber umgekehrt, daß alle anderen Religionen gleichberechtigt sind und in gleicher Form frei gewählt werden können.

  4. langer Heide Says:

    Ja ja, mein Zynismus … was ich meinte war, daß in dem AFP-Artikel über den Religionsmonitor die Menschen, die keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft angehören, automatisch als nicht religiös eingestuft wurden.

    Dabei gibt es einen großen Haufen Menschen, die sehr religiös sind – ohne notwendigerweise an einen „Schöpfer“ zu glauben, lieber kroski, – und die gerade deshalb keiner dieser großen Religionsgemeinschaften angehören, so wie ich. Ich finde Religion total gut und wichtig und interessiere mich überhaupt nicht für Jesus Christus.

  5. kroski.meint Says:

    @altesitte @langer Heide
    Sorry folks, aber das Mindeste ist, Kommentare mit etwas Sorgfalt zu lesen.

    Ich darf wiederholen: Einstein war von keiner „amtlichen“ Religion überzeugt, sondern war laut Oxford-Dawkins von einer Art Naturreligion, einer kosmischen Spiritualität bestimmt. Es gibt also Stellungnahmen jenseits von AFP und dem Religionsmonitor… uih, das ist aber schwierig zu verstehen, gell?

    Selbstverständlich ist die Nachfolge Christi nur EIN möglicher Weg von vielen. Es ist MEIN Weg, verzeiht mir dieses persönliche Beispiel, ich wiederhole: Es gibt viele andere Wege als „Gegensatz“ zu einem areligiösen Leben.

    Was mir aber viel wichtiger scheint: Halbheiten (heute ein bisschen davon, morgen ein bisserl anders, und übermorgen gar nichts von allem) ist eine spezielle „Lebensform“ unserer reichen europäischen Gesellschaft.

    Tiefreligiös, und nicht einmal Interesse an Jesus Christus? Klar, es ist denkbar. Erweckt allerdings den Eindruck von Ignoranz oder Angst, oder beidem. Nicht einmal der Polemiker Dawkins hat sich davor gedrückt, hat das NT allerdings so aufmerksam gelesen – wir ihr meinen Kommentar.

    Holy moly, und gute Nacht.

  6. langer Heide Says:

    @ kroski

    Ich kann immer noch nicht erkennen, wo Alte Sitte oder ich das, was Du geschrieben hast, unaufmerksam gelesen oder falsch interpretiert haben sollen.

    Du hattest ausdrücklich von a-religiösen Lebensformen im Gegensatz zur Nachfolge Christi geschrieben und genau darauf haben wir reagiert.

    Wenn Du etwas anderes ausdrücken wolltest, dann hättest Du es auch schreiben müssen und Dich nicht hinterher darüber beschweren, daß wir keine Gedankenleser sind.

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