Götter vor Gericht geladen

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Ein Richter an einem indischen Schnellgericht hat die Hindu-Götter Rama und Hanuman per Zeitungsanzeige zur Verhandlung über einen Eigentumsstreit vorladen lassen.

In dem bereits 20 Jahre währenden Streit geht es um ein Grundstück, auf dem jeweils ein Tempel für jeden der beiden Götter steht.

Eine der Streitparteien hatte die Götter als Zeugen für ihre Position benannt. Daraufhin hatte der Richter den Göttern schriftliche Vorladungen geschickt, die aber „mangels vollständiger Adresse“ nicht ordnungsgemäß zugestellt werden konnten. Da also die normale Art der Vorladung fehlgeschlagen war, griff Richter Sunil Kumar Singh zum Mittel der öffentlichen Vorladung per Zeitungsannonce.

Für westliche Ohren mag das skuril klingen, weswegen es vermutlich der BBC auch eine Meldung wert war, doch Anhängern des germanischen Heidentums sollte es nicht allzu abwegig erscheinen. Götter, Riesen und auch Zwerge waren und sind genauso Bestandteile des täglichen Lebens wie Menschen, wie unsere Freunde, Verwandten und Nachbarn und auch Filmstars. Wir begegnen ihnen vielleicht nicht wirklich täglich, aber sie gehören zum Leben dazu und beeinflussen es.

Unter diesem Gesichtspunkt erschiene es mir überhaupt nicht als abwegig, einen Riesen wegen Sachbeschädigung zu verklagen oder einen Gott als Zeugen zu benennen. (Und mit etwas Glück finde ich in den skandinavischen Sagas sogar noch Quellen dazu und reiche sie dann hier nach.)

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