Matronenheiligtum Pesch

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Matronenheiligtum Pesch
Im vierten Jahr nun fahre ich mit meiner Familie (oder – wie in diesem Jahr – mit Teilen davon) zu den Matronenheiligtümern in der Eifel. Angefangen habe ich damit nach der Geburt meines zweiten Sohnes – der trotz erheblicher Bedenken während der Schwangerschaft doch (fast) gesund zur Welt kam. Ich hatte zu danken.

Seitdem ist es für meine Familie zu einer privaten Tradition geworden, in der Vorjulzeit nach Nettersheim bzw. Pesch zu fahren und dort zu opfern. Heute war ich mit meinen Söhnen alleine in Pesch, da meine Frau einen anderweitigen Termin hatte. Wir haben Opfergaben niedergelegt und für ein gutes Jahr 2007 gedankt. Verbunden haben wird den Dank mit der Bitte um Wohlergehen im bald beginnenden Jahr 2008.

Ich finde diese kleinen, persönlichen Riten oder Traditionen für uns neue Heiden sehr wichtig. Sie geben dem Leben eine Art Kontinuum, sie untermauern die Aussage der Jahreskreisfeste: Es geht immer weiter – was auch kommen mag. Jedes Leid hat ein Ende, jede Freude wird verklingen. Beständig ist die Veränderung, das rollende Rad des Lebens.

Mein Ältester fragte, was wohl passieren würde, wenn wir nicht „zu den Matronen“ fahren würden. Wer weiß das?! Vielleicht würde nicht viel passieren, vielleicht würden wir aber auch nicht merken, daß uns ein Teil des Heiles fehlt. Denn auch darum geht es: Gemeinschaftlich das Heil der Gemeinschaft fördern. Es ist quasi wie ein Feuer, das man „in Gang“ hält. Ob hochlodernde Flammen oder versteckte Glut – es darf nicht zu Asche werden. Und so darf das Heil der Familie nicht gänzlich versiegen. Deshalb nutzen wir kleine Dinge wie einen solchen Besuch bei den Matronenheiligtümern, um die neue Flamme unserer Religion weiter zu tragen.

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Eine Antwort to “Matronenheiligtum Pesch”

  1. Cees Says:

    Im Namen der Eifelbewohner sage ich dem Blog Alte Sitte meinen Dank. Diese auf den ersten Blick gerade für reizüberflutete Menschen und Flugreisegeverwöhnte etwas unspektakulär anmutende Landschaft weiß es zu schätzen, wenn Reisende sich ihren Geheimnissen nahen. Und die römisch-keltischen Matronenheiligtümer spendeten schon so manchem Pilger Kraft, ob Christ oder Heide oder christianisierter Heide.

    Mit gutem Gruß
    aus dem
    Eifelginster
    -cees-

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